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Schultheatertage-Aufführung "Der Revisor"
24.05.2012 19:00 - 24.05.2012Aufführung im Rahmen der Kemptener Schultheatertage. Gemeinschaftsprojekt Astrid Lindgren Haus und Allgäu Gymnasium Kempten.
Weitere Informationen finden Sie hier.Kunst im Park
24.06.2012 - 24.06.2012Fahren - Feiern - Flohmarkt
28.07.2012 - 28.07.2012Freie Stellen
23.02.09 Mit Musik zurück ins Leben
Begegnung Hans Peter Kosak und andere Schädelhirnverletzte treffen sich zweimal wöchentlich in der Villa Viva zum gemeinsamen Singen
AZ vom 23.02.09
von Kerstin Pätzold
Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
Seine zehn Finger gleiten spielerisch über die Tastatur des Pianos. Ohne nachzudenken, gibt „Pitt" - wie ihn hier alle liebevoll nennen - den Ton vor. Manchmal sogar ohne hinzuschauen, setzt der zierliche Mann mit der Brille und dem Schnauzbart die Noten auf seinem Blatt Papier in das Lied um, das sie heute zu zwölft in der Gruppe üben. Seit sieben Jahren begleitet Hans-Peter Kosak die Musikgruppe für Schädelhirnverletzte in der Villa Viva mit seinem Instrument. Nichts Besonderes? Oh doch. Wer um Kosaks Lebensgeschichte weiß, der staunt über seine selbstverständlichen Handbewegungen, seine Art, sich mit klaren geistreichen Sätzen und viel Humor auszudrücken. Denn der ehemalige Realschullehrer für Musik und Werken war vor zwölf Jahren dem Tod näher als dem Leben. Schuld war ein Hirnangiom -eine Art Blutschwamm- in seinem Kopf, das sich als inoperabel entpuppte. „Ich hatte schon immer viel Kopfweh und eines Tages nach einem Skiunfall ist das missgebildete Gefäß dann geplatzt." Über ein Jahr lang war das Krankenhaus sein zu Hause. Sechseinhalb Wochen davon lag er im Koma, viereinhalb Monate im Wachkoma. Die Ärzte schätzten seine Überlebenschancen auf fünf Prozent und teilten seiner Frau unmissverständlich mit: „Sollte ihr Mann überleben, muss er alles von Neuen lernen, genauso wie ein Kleinkind." Hans-Peter Kosak hat überlebt und er hat sich zurück ins Leben gekämpft. Schritt für Schritt oder wie es in seinem Fall passender heißen müsste: Ton für Ton. „Ich habe mir daheim den Spruch von Bert Brecht ins Wohnzimmer gehängt: Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren", sagt der 59-Jährige und strahlt. Er strahlt Lebensfreude aus, obwohl er linksseitig immer noch mit spastischen Lähmungen und ab und an mit epileptischen Anfällen kämpfen muss. Auch sein Hörvermögen ist stark eingeschränkt. Um zurück ins Leben zu finden, in dem Musik schon immer ein großer Teil war, besorgte ihm seine Schwester nach seinem schweren Schicksalsschlag eine Klavierlehrerin. „Mit ihrer Hilfe konnte ich meine Leidenschaft für das Instrument wieder ausleben." Später lerne Kosak die Krankenschwester Christine Seidel kennen, die nach einer Zusatzqualifizierung auch musiktherapeutisch arbeitet. Unter anderem in der Villa Viva.
Durchbruch in der Genesung
„Ich wollte was zurückgeben, denn die Betreuung hier ist fantastisch", schwärmt der 59-Jährige. Die Arbeit mit den Therapeuten bezeichnet er als „Durchbruch in seiner Genesung". Dazu gehört auch das wöchentliche Piano-Spiel für die Musikgruppe. „Unsere Patienten sind hier, weil sie im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Rhythmus gekommen sind", erklärte Seidel. Es sind Menschen mit Hirnschäden nach einem Schlaganfall, einem Unfall, nach Tumorerkrankungen oder durch Sauerstoffmangel. „Musik und Gesang stärkt die Wahrnehmung und macht dynamischer", weiß Seidel. Und nicht zuletzt werde die Seele durch die wohlklingenden Melodien gestreichelt.
