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Schultheatertage-Aufführung "Der Revisor"

24.05.2012 19:00 - 24.05.2012

Aufführung im Rahmen der Kemptener Schultheatertage. Gemeinschaftsprojekt Astrid Lindgren Haus und Allgäu Gymnasium Kempten.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Kunst im Park

24.06.2012 - 24.06.2012

Fahren - Feiern - Flohmarkt

28.07.2012 - 28.07.2012
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Allgäuer Zeitung 09.01.07

 

Wo anders sein ganz normal ist

Wie zwei Schulen kooperieren und wie Kinder mit und ohne Behinderung davon profitieren

Kempten-Heiligkreuz (mdu). Wenn jemand anders ist, steht er oft ungewollt im Mittelpunkt. Das Anderssein macht einen schnell zum Außenseiter. Aber wer sich mit dem anderen beschäftigt, mit ihm redet, merkt schnell: Der ist gar nicht so anders. Diese Erfahrung machen heuer Heiligkreuzer Grundschüler. Denn erstmals begegnen sie im Unterricht und in der Pause körperbehinderten Schülern. Die Astrid-Lindgren-Schule aus Kempten hat aus Raumnot eine dritte Klasse an die Heiligkreuzer Grundschule verlagert.
„Die Kinder beider Schulen profitieren von dieser Kooperation", ziehen die Schulleiter Ingrid Peukert (Heiligkreuz) und Dr. Thomas Störmer (Astrid-Lindgren-Schule) nach drei Monaten ein erstes, positives Fazit.
Auf Montagvormittag freuen sich die 28 Schüler der zweiten Klasse in Heiligkreuz wie die neun Schüler der Klasse B3 der Astrid-Lindgren- Schule - zwei von ihnen sind Rollstuhlfahrer. Denn dann ist gemeinsamer Sportunterricht angesagt. Eine gemischte Gruppe zieht in die Heiligkreuzer Turnhalle, die andere wird mit Kleinbussen zum Hallenbad der Astrid-Lindgren-Schule befördert. Ob Turnhalle oder Schwimmbad - die Gruppen wechseln jede Woche ab - überall das gleiche Bild: Die Kinder sind mit großem Hallo bei der Sache. Niemand steht im Abseits, alle machen begeistert mit. In der Turnhalle stehen etwa unter der Obhut von Sportlehrer Manfred Uhlemayr und B3-Klassenlehrerin Sabine Stimola Ballspiele auf dem Programm. „Schatzkiste" heißt ein Spiel, bei dem ein Teil der Kinder Bälle aus einem abgegrenzten Bereich wirft, und der andere versucht, diese wieder zurückzubugsieren. Wer die Kinder nicht kennt, kann nur vermuten, wer da körperbehindert ist. Auch im Schwimmbad geht es unter der Regie von Sportlehrerin Hannelore Tasic und Grundschul-Klassenlehrerin Barbara Trautmann hoch her. Spielerisch verlieren die Kinder die Scheu vor dem Nass und werden so ans Schwimmen herangeführt. Im Wasser sind Unterschiede zwischen den Schülern noch schwerer auszumachen. Auf zwei Jahre angelegt und von der Regierung von Schwaben abgesegnet ist die Kooperation der beiden Schulen. Bereits seit zwei Jahren gibt es einzelne gemeinsame Projekte wie etwa Basteln oder Theater spielen. Diese sollen übers Jahr verteilt fortgeführt werden. Während beide Klassen im Sportunterricht zusammenkommen, werden sie in den anderen Fächern separat unterrichtet. „Die Kinder haben sich schon aneinander gewöhnt", so Schulleiterin Peukert. Das Anderssein sei zur Normalität geworden.
„Unsere Kinder lernen vor allem soziale Kompetenz, also auf andere Rücksicht zu nehmen und sie zu akzeptieren", sagt Barbara Trautmann. So würden sich die Mädchen und Buben von sich aus überlegen, wie sie einen gehbehinderten Schüler etwa bei einem schnellen Ballspiel integrieren können: „Er bekommt von ihnen einfach mehr Chancen." Auf der anderen Seite setzen die gemeinsamen Aktionen bei den körperbehinderten Kindern ungeahnte Kräfte frei. „Sie sind hoch motiviert. Vieles, wie etwa das Aus- und Anziehen, geht jetzt zack, zack", weiß Sabine Stimola. Eine zaghafte Freundschaft zwischen zwei Mädchen aus beiden Klassen sei bereits entstanden. Vielleicht folgt eine weitere durch das nächste gemeinsame Projekt, dem „Jahreszeiten- Fest". Schön wär's, meinen die Lehrer, betonen aber: „Das muss von den Kindern ausgehen."



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